© amadeu antonio stiftung

 

Prozess gegen NSU endete am 11. Juli - keinen Schlussstrich ziehen!

Aktuelle Beiträge zum Ende des NSU-Pozesses

 

NSU-Prozess endet heute nach 5 Jahren: Lebenslange Haft für Beate Zschäpe

437 Verhandlungstage seit Mai 2013 sind im größten Rechtsterrorismus-Prozess seit der Wiedervereinigung vergangen, 600 Zeugen wurden gehört. Heute ist das Urteil gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und ihre vier mitangeklagten Unterstützer Ralf Wohlleben, André Eminger, Holger G. und Carsten S. gefallen.
http://www.belltower.news/artikel/nsu-prozess-endet-heute-nach-5-jahren-lebenslange-haft-f%C3%BCr-beate-zsch%C3%A4pe-13941


#KeinSchlussstrich: Demonstrationen nach der Urteilsverkündung
Nach dem Ende des NSU-Prozesses sehen viele Menschen in Deutschland noch keine Ende der Aufklärungsarbeit über rechtsterroristische Strukturen gekommen: Das zeigten Demonstrationen unter dem Motto #KeinSchlussstrich in ganz Deutschland.
http://www.belltower.news/artikel/keinschlussstrich-demonstrationen-nach-der-urteilsverk%C3%BCndung-13965

 

Das milde Urteil gegen Andre Eminger ist ein Schlag ins Gesicht

André Eminger, der den NSU von 1998 bis 2011 unterstützt hat, ist freigesprochen worden von der Beihilfe des versuchten Mordes, und kommt sofort frei. Während des NSU-Prozesses war er der einzige der schwieg, ganz nach dem Motto „Meine Ehre heißt Treue“ und seine Strategie ging auf. Er wurde nur zu 2,6 Jahren Haft verurteilt. Ein fatales Zeichen. Aber warum dieses milde Urteil?
http://www.belltower.news/artikel/das-milde-urteil-gegen-andr%C3%A9-eminger-ist-ein-schlag-ins-gesicht-13961


Und jetzt? Stimmen zum NSU-Urteil: "Geradezu eine Aufforderung an Neonazis, weiter zu machen"

Nach fünf Jahren NSU-Prozess war schon klar, dass zentrale Fragen zu den Verbrechen des NSU hier keine Antworten finden. Die Urteilsbegründung im NSU-Prozess ist noch im Gange, doch die Strafmaße für die fünf Angeklagten senden zwiespältige Signale. Wir sammeln Momentaufnahmen und Einschätzungen zum NSU-Prozess.
http://www.belltower.news/artikel/und-jetzt-stimmen-zum-nsu-urteil-geradezu-eine-aufforderung-neonazis-weiter-zu-machen-13959


NSU-Prozess: Urteil darf nicht Ende von Aufklärung und Aufarbeitung sein

Nach dem Urteil im Prozess gegen den so genannten Nationalsozialistischen Untergrund bleiben viele Fragen unbeantwortet und zentrale Forderungen unberücksichtigt. Die Amadeu Antonio Stiftung fordert die weitere Aufklärung von Unterstützungsnetzwerken und insbesondere der Rolle von Frauen im Umfeld des NSU.
http://www.belltower.news/artikel/nsu-prozess-urteil-darf-nicht-ende-von-aufkl%C3%A4rung-und-aufarbeitung-sein-13939

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Nach 5 Jahren und über 430 Verhandlungstagen steht die Urteilsverkündung im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht in München kurz bevor. Am 21. Juni  ging die Plädoyer-Phase zu Ende, am 3. Juli wurden die letzten Worte der Angeklagten gehört. Nun steht mit dem 11. Juli der Tag der Urteilsverkündung fest.

 

Presseanfragen zum Thema NSU bitte an: Judith Rahner (Tel. 030-240 886-12, judith.rahner@amadeu-antinio-stiftung.de)

 

Die Fachstelle hat zum Abschluss eine Veröffentlichung herausgegeben, die auf Leerstellen bei der Analyse und der Aufarbeitung des NSU hinweist:

„Le_rstellen im NSU-Komplex: Geschlecht, Rassismus, Antisemitismus“

Die Fachstelle  Gender,  GMF  und  Rechtsextremismus hat  sich nach  dem  Bekanntwerden  des  NSU  auf  den  Weg  gemacht,  das  Verhältnis  von  Geschlecht, Rechtsextremismus und öffentlicher (Fehl-)Wahrnehmung im NSU-Komplex genauer zu untersuchen und darüber aufzuklären. Dazu verfolgen wir von Anbeginn an das NSU-Verfahren am Oberlandesgericht  in  München  und  analysieren  geschlechtersensibel  die  dazugehörige Medienberichterstattung.  Wir  ordnen  kritisch  die  erfolgreiche  (Selbst-)Inszenierungen  der Hauptangeklagten Beate Zschäpe und anderer Frauen im Unterstützer*innenumfeld des NSU ein  und  sensibilisieren  für  die  Fehlwahrnehmung  von  Sicherheitsbehörden  und  Sozialarbeit im Umgang mit rechten Frauen. Dabei zeigten sich weitere Le_rstellen, wie z.B. die unaufgearbeitete Rolle von Antisemitismus bei der Radikalisierung der NSU-Mitglieder oder dass sich ein  Gender-Bias  und  struktureller  Rassismus  in  Sicherheitsbehörden,  Medienberichterstattung und Gesellschaft wechselseitig bedingen können. In der vorliegenden Broschüre werden diese Themen aufgegriffen, Bezüge zu anderen aktuellen rechtsterroristischen Fällen gezogen und Vorschläge  aus  unterschiedlichen  Perspektiven  für  Gegenstrategien  gemacht.  Das  Ende des NSU-Prozesses darf nicht das Ende der gesellschaftlichen Aufklärung bedeuten!

http://www.gender-und-rechtsextremismus.de/w/files/pdfs/fachstelle/leerstellen_internet.pdf (PDF-Dokument)

 

Der NSU-Prozess und die Medien
DLF Audio (MP3-Audio), Interview mit Charlie Kaufhold

 

"NSU-Komplex nicht zu den Akten legen, keinen Schlussstrich ziehen!“

Interview mit der Kampagne „Kein Schlussstrich“: Diese mobilisiert für antifaschistische Demonstration und Aktionen zum 11.07. in München und anderen Städten. Initiator dieser Kampagne ist das Bündnis gegen Naziterror und Rassismus. Der Zusammenschluss aus antifaschistischen und antirassistischen Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen hat sich zusammengefunden, um staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus entgegen zu treten. Das Bündnis gründete sich vor Beginn des NSU-Prozesses 2013 und begleitete den Prozess seither kritisch. Rachel Spicker sprach mit Patrycja Kowalska, Pressesprecherin des Bündnisses, über offene Fragen im NSU-Komplex (PDF-Dokument), die Forderungen der Familienangehörigen und Betroffenen und die Mobilisierung zum Tag X, dem 11.07, der „Kein Schlussstrich“-Kampagne.

http://www.belltower.news/artikel/nsu-komplex-kein-schlussstrich-13906

 

Beate Zschäpes "letzte Worte“ im NSU-Prozess: Distanzieren geht anders

Die „letzten Worte“ der Angeklagten im NSU-Prozess am 3. Juli 2018 lösten ein gesteigertes mediales Interesse aus. Im Zentrum der Berichterstattung stand die fünfminütige Rede der Hauptangeklagten Beate Zschäpe. Doch diese wurde allzu oft irreführend wiedergegeben. Was ist dran an den Berichten, dass Zschäpe sich von der rechten Szene distanziert und bei den Opfern entschuldigt habe? Charlie Kaufhold, Autor*in der oben genannten Broschüre, räumt mit Mythen auf.

http://www.belltower.news/artikel/beate-zsch%C3%A4pes-%E2%80%9Eletzte-worte%E2%80%9C-im-nsu-prozess-distanzieren-geht-anders-13911