Konferenz: Handeln gegen Rechtspopulismus, Antifeminismus und Menschenfeindlichkeit

 

 

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10.Oktober 2018, 9:30-18:00 Uhr,

Landesvertretung Thüringen, M*straße 64/ Ecke Mauerstraße, 10117 Berlin

 

Angriffe auf Vielfalt, Emanzipation und Gleichstellung sind Angriffe auf die Demokratie.


Für Rechtspopulist*innen und die extreme Rechte sind Diversität, Gleichwertigkeit, Feminismus oder geschlechtliche Vielfalt Feindbilder, die es zu bekämpfen gilt. Oder sie interessieren, um rassistisch instrumentalisiert zu werden. Neben Islamfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus bietet ein erstarkender Antifeminismus eine erfolgreiche Anschlussfläche zur gesellschaftlichen Mitte. Auf unserer Konferenz werden aktuelle extrem rechte Dynamiken unter einer Genderperspektive betrachtet. Was wissen wir darüber? Was bedeutet das? Und vor allem: Wie ist dem zu begegnen?

 

Programm

 

Ab 9:30 Uhr       Eröffnung und Begrüßung

Anetta Kahane (Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung)

Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei des Freistaats Thüringen)

Moderation der Konferenz: Kiana Ghaffarizad (Amadeu Antonio Stiftung, Hannover)

 

10:00 Uhr           Keynotes

Definition, Lagebild und Problemaufriss zum Erstarken rassistischer, antifeministischer, völkisch-nationalistischer Strömungen und einer Radikalisierung weiter Teile der Gesellschaft. Was genau sind aktuelle Herausforderungen? Welche Themenkonjunkturen sind erkennbar? Welche Erscheinungsformen rechtspopulistischer und extrem rechter Dynamiken lassen sich unter Genderaspekten in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und Handlungsfeldern nachzeichnen?

Prof. Dr. Ursula Birsl (Philipps-Universität Marburg)

Judith Rahner (Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus, Amadeu Antonio Stiftung)

 

11:45 - 13:15 Uhr            FORUM 1 und FORUM 2 (parallel)

 

FORUM 1: Rechtspopulismus, extreme Rechte und Antifeminismus

Ein erstarkender Rechtspopulismus und organisierter Antifeminismus geht mit Angriffen auf Gleichstellungspolitik, Gender Mainstreaming und sexuelle Vielfalt einher. Antifeminismus und das Feindbild „Gender“ sind zentrale Elemente im Rechtspopulismus und zugleich Bindeglied bis weit in konservative und bürgerliche Spektren. Insbesondere die rassistische Vereinnahmung von Frauenrechten (vgl. Kandel, Chemnitz) erweist sich in letzter Zeit als mobilisierungsstark. Wie kann der rassistischen Instrumentalisierung und Antifeminismus als Demokratiegefährdung entgegengetreten werden?

Mit: Eszter Kováts (Friedrich-Ebert-Stiftung, Budapest), Gesine Agena (Frauenpolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen); Maja Loeffler (Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Marzahn-Hellersdorf, Berlin), Rachel Spicker (Fachstelle, Amadeu Antonio Stiftung), Moderation: Judith Rahner (Fachstelle, Amadeu Antonio Stiftung)

 

FORUM 2: Rechtspopulismus, extreme Rechte und Männlichkeit

Die Re-Formulierungen radikalisierter Männlichkeit, Rufe nach law-and-order und Aufforderungen an soldatisch-wehrhafte Männlichkeit sind bereits länger Kennzeichen rechtspopulistischer/-extremer Milieus und ihrer Aktivitäten. In deren Grunderzählung ist der Mann „Opfer“ von Feminismus und Geschlechterdemokratie, der zugleich „unsere deutschen Frauen“ vor „gefährlich fremden Männern“ schützen muss. Wie können rassismuskritische und intersektionale Gegenstrategien aussehen? Welche Widerstandsstrategien braucht es, insbesondere auch der rassistisch adressierten migrantischen Männer und People of Color im breiten Kontext von Bildungsarbeit und Zivilgesellschaft?

Mit: Prof. Dr. Esther Lehnert (Alice-Salomon-Hochschule), Judith Goetz (Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit, Österreich), Dr. Michael Tunç (Väter-Experten-Netz Deutschland e.V., Hochschule Darmstadt), Dr. Gabriele Kämper (Geschäftsstelle Gleichstellung des Senats von Berlin), Moderation: Marius Hellwig (Fachstelle, Amadeu Antonio Stiftung)

 

13:15 Uhr           Mittagspause

 

14:15 - 15:45 Uhr            FORUM 3 und FORUM 4 (parallel)

 

FORUM 3: Rechtspopulismus, extreme Rechte und Jugend

Gesellschaftliche Polarisierungen und vielfaltsfeindliche Dynamiken machen vor der Jugendarbeit nicht halt. Inhalte und Strategien rechtspopulistischer/-extremer Akteur*innen erreichen sowohl Fachkräfte als auch Jugendliche. Welche jugendpolitische Programmatik haben Rechtspopulist*innen und die extreme Rechte und welches Bild von Erziehung, Kindheit und Jugend liegt dem zugrunde? Wie ist die Situation und welche Herausforderungen stellen sich im Arbeitsfeld der Jugend- und Bildungsarbeit? Wie kann eine geschlechtersensible Auseinandersetzung mit Abwertungen und Menschenfeindlichkeit aussehen?

Mit: Prof.*in Heike Radvan (BTU Cottbus), Sanata Nacro (LAG Mädchenarbeit NRW), Stefan Schurmann (Humanistisches Jugendwerk Cottbus e.V.), Enrico Glaser (Fachstelle, Amadeu Antonio Stiftung), Moderation: Wiebke Eltze (politische Bildnerin)

 

FORUM 4: Rechtspopulismus, extreme Rechte und Medien

Hass und Gewalt im Netz trifft oft Frauen* und feministische Blogger*innen. Beschämen, sexistische und frauenfeindliche Beleidigungen, Diskriminierungen und Drohungen gehören zum Repertoire rechtspopulistischer Akteur*innen. Hinter koordinierten Angriffen stehen oftmals Netzwerke aus der extremen Rechten, Maskulinisten und „Pick-Up-Artists”. Mittlerweile wird international Antifeminismus und Frauenhass als „Einstiegsdroge" in die extreme Rechte diskutiert und dies als Motiv für terroristische Taten („Incel“) besprochen. Wie können misogyne, trans*inter*feindliche und demokratiefeindliche Dynamiken aufgehalten werden?

Mit: Debora Antmann (Bloggerin, Kolumnistin), Tarik Tesfu (Netz-Aktivist, Video-Kolumnist), Ulla Wittenzellner (Dissens Institut, Projekt Social Media Interventions!), Simone Rafael (belltower.news, Amadeu Antonio Stiftung), Moderation: Christina Dinar (debate, Amadeu Antonio Stiftung)

 

15:45 Uhr           Kaffeepause

 

16:15 Uhr           PODIUM: Handlungsstrategien gegen Rechtspopulismus, Antifeminismus und Menschenfeindlichkeit

Früher Nazis — heute Rechtspopulismus? Was tun gegen eine gesellschaftliche Stimmung und Normalisierung von Rassismus und Antifeminismus? Welche Schlüsse sind aus neuen/alten Konjunkturen für die Präventionsarbeit zu ziehen? Als Resümee aus vier Foren zu extremer Rechte, Menschenfeindlichkeit und Antifeminismus: Was hat sich verändert? Wie muss darauf reagiert werden? Wie können Betroffene gestärkt werden? Wie kann die Rolle von Geschlecht in der Analyse und in Gegenstrategien stärker berücksichtigt werden? Welche Verantwortung tragen Medien, Politik und Zivilgesellschaft?

Mit: Claudia Roth (MdB, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Dr. Pia Gerber (Geschäftsführerin der Freudenberg Stiftung), Thomas Heppener (Leiter der Referatsgruppe Demokratie und Vielfalt, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und Tarik Tesfu (Netz-Aktivist, Video-Kolumnist), Moderation: Prof. Dr. Anne-Christin Schondelmayer (Universität Koblenz-Landau)

 

17:45 Uhr           Zusammenfassung

Timo Reinfrank (Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung)

 

18:00 Uhr Ende der Veranstaltung

 

Anmeldungen bis 03.10.2018 und Fragen: fachstelle@amadeu-antonio-stiftung.de

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

 

Die Veranstaltung wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben", durch die Freudenberg Stiftung und die Dreilinden gGmbH.

 

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M*straße: Der jetzige Straßenname verletzt die Würde Schwarzer Menschen in Berlin und schadet nachhaltig dem Ansehen der Stadt, weshalb dieser hier nicht ausgeschrieben wird. Mehr Informationen dazu: http://decolonize-mitte.de