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Veranstaltung „Le_rstellen im NSU-Komplex“

 

 

 

 

„Le_rstellen im NSU-Komplex“ - Geschlecht und rechter Terror. Diskussionsveranstaltung zum Ende des NSU-Prozesses

24.Mai, 18:00 Uhr, Amadeu Antonio Stiftung

Mit: Antonia von der Behrens, Charlie Kaufhold, Christina Büttner und Judith Rahner
Moderation: Rachel Spicker


Auf die Frage was sie einmal werden will, sagt eine 17-Jährige: „Zuerst müssen die Ausländer weg.“ Kein anwesender Sozialarbeiter reagiert. Die junge Frau ist Beate Zschäpe. Jahre später überprüft die Polizei die Angaben einer Frau nicht, die einen falschen Ausweis vorlegt und sich in Widersprüche zur ihrer Person verstrickt. Sie wird seit einigen Jahren polizeilich gesucht. Die Frau ist Beate Zschäpe. Zeitgleich werden bei einer Rasterfahndung in der rechten Szene alle Frauen von der Überprüfung ausgenommen. Mit Mandy S. wird damit genau die Person nicht überprüft, die als Helferin der ersten Stunde des NSU gilt. Drei Vorfälle die exemplarisch zeigen, wie die Rolle von Frauen verkannt wurde.

Zum Ende des NSU-Prozesses am Münchner Landgericht wollen wir in einer Diskussionsveranstaltung über Leerstellen in der Analyse und Aufarbeitung der rechtsterroristischen Mordserie sprechen. Wie sehen Strategien der Verteidigung aus und was hat das mit Geschlecht zu tun? Wie versuchen die Hauptangeklagte und andere Frauen aus dem Umfeld sich als „unpolitisch“, „ahnungslos“ oder „harmlose Freundin von...“ zu inszenieren und wie war die mediale Wahrnehmung? Wie sieht es bei aktuellen rechtsterroristischen Gruppierungen aus? Und wie bedingen sich Gender-Bias und struktureller Rassismus in den Sicherheitsbehörden, den Medien und der Gesellschaft wechselseitig?

Dazu wird Judith Rahner, Leiterin der Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus, wesentliche Erkenntnisse unserer Broschüre „Le_rstellen im NSU-Komplex. Geschlecht, Rassismus, Antisemitismus“ vorstellen. Zusammen mit Antonia von der Behrens, Nebenklageanwältin im NSU-Prozess, Charlie Kaufhold, Soziolog*in und Prozessbeobachter*in des NSU Prozess sowie Christina Büttner, Ezra - Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen wollen wir der Frage nachgehen, wie die juristische und zivilgesellschaftliche Aufarbeitung nach dem Ende des NSU-Prozesses weiter gehen kann.

FB-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/2048174122065459/

Wegen begrenzter Platzzahl bitten wir um Anmeldung bis zum 20.05.: netzwerke@amadeu-antonio-stiftung.de. Die Veranstaltung findet in der Amadeu Antonio Stiftung , Novalisstr.12, 10115 Berlin statt.