Zur Rolle von Antifeminismus und Rückgewinnung von Männlichkeit im Rechtspopulismus

Die Fachstelle „Gender und Rechtsextremismus“ lädt herzlich ein:

 

„Ist es nicht geil, jeden Montag Männertag?!“

Zur Rolle von Antifeminismus und Rückgewinnung von Männlichkeit im Rechtspopulismus

Vortrag und Diskussion mit Rachel Spicker und Rolf Pohl

 

Donnerstag, 07.09.2017, 19 Uhr, Amadeu Antonio Stiftung, Novalisstraße 12, Berlin

 

Gender oder Gender Mainstreaming spielen als Feindbilder im Rechtspopulismus eine zentrale Rolle: Damit gelingt es scheinbar, eine Klammer für breite Zielgruppen zu bilden und Anschluss an den Mainstream zu finden. Die Relevanz von Antifeminismus und Sexismus war ein Anlass für unsere Broschüre „Peggy war da – Gender und Social Media als Kitt rechtspopulistischer Bewegungen“, in der wir Genderaspekte in diesen Bewegungen untersucht haben. Rachel Spicker wird zunächst Einschätzungen und Thesen dieser Veröffentlichung vorstellen und insbesondere der Frage nach Positionen und Funktionen von Frauen nachgehen.

Daran wird Prof. Dr. Rolf Pohl in seinem Vortrag „Die Re-Souveränisierung des Mannes. Zur Sozialpsychologie von Sexismus, Rassismus und Gewaltbereitschaft in der ‚Mitte der Gesellschaft‘“ anschließen: Die verbreitete, mit antifeministischen Schuldzuweisungen erhobene Klage über die „Krise der Männlichkeit“ ist ein verschobener, von der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konflikten ablenkender Diskurs. Die Nähe dieses Diskurses zum Rechtspopulismus weist auf den engen Zusammenhang von Sexismus und Rassismus in der „Mitte“ der deutschen Gesellschaft hin. Die völkische Sehnsucht nach einer nationalen Einheit ohne Fremde und der Hass auf Feminismus und "Genderismus" sind dabei stark mit dem Wunsch nach einer Wiedergewinnung männlicher Souveränität und Überlegenheit verbunden. Vor diesem Hintergrund ist die Aufregung selbsternannter Beschützer deutscher Frauen über die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln heuchlerisch, solange dieser Zusammenhang beschwichtigt, verharmlost und verleugnet wird.

Gemeinsam möchten wir diskutieren, welche Folgen dies für eine gesamtgesellschaftliche Debatte hat und welche Herausforderungen für die Ausgestaltung einer demokratischen Kultur damit verbunden sind. Wir freuen uns auf eine interessante Diskussion.

 

Rachel Spicker ist Sozialwissenschaftlerin und Mitarbeiterin der Fachstelle zu den Themen Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Neue Rechte und Gender. Sie ist Mitautorin der Broschüre „Peggy war da“. Rolf Pohl ist Soziologe und Sozialpsychologe. Bis zum Frühjahr war er Professor an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte waren und sind u.a. männliche Sexualität, Gewalt und Weiblichkeitsabwehr. Er koordiniert mit anderen die AG Politische Psychologie.

 

Moderation: Judith Rahner, Fachstelle Gender und Rechtsextremismus

 

Kontakt:

Eine Anmeldung bis 01.09.2017 ist notwendig, an netzwerke@amadeu-antonio-stiftung.de.
Fachstelle Gender und Rechtsextremismus, Amadeu Antonio Stiftung, Novalisstraße 12, 10115 Berlin, Tel.: 030-240 886-12


Die Veranstaltung wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, die Freudenbergstiftung sowie die Dreilinden gGmbH gefördert.