Die Inszenierung von Beate Zschäpe im NSU-Prozess

Beate Zschäpe inszeniert ihren Auftritt aktiv und strategisch. Sie versucht, ein Bild von sich zu zeichnen, das sie als weitgehend unbeteiligt an den Verbrechen ihrer Komplizen zeigt, als unschuldige und politisch wenig interessierte Frau.

 
 

„Ich heiße Susann E., man kennt mich auch als Lisa D.“

Immer wieder werden die Aktivitäten rechter Frauen unterschätzt und somit im schlimmsten Fall ihr Handeln begünstig: Als Beate Zschäpe in Zwickau im „Untergrund“ lebt, übersteht sie eine polizeiliche Zeuginnenvernehmung ohne Verdacht zu erregen, obwohl sie sich zuvor und während dieser in erhebliche Widersprüche verstrickt.

 
 

Rasterfahndung ohne Frauen

Wenn die Rolle von Frauen in rechtsextremen Szenen seitens der Sicherheits- und Ermittlungsbehörden unterschätzt wird, besteht die Gefahr, deren tatsächlichen Beitrag zu verkennen und somit im schlimmsten Fall ihr Handeln zu begünstigen. Bereits eine Ermittlungsmaßnahme der Polizei zum NSU scheiterte augenscheinlich wegen  Wahrnehmungsdefiziten im Umgang mit rechten Frauen.

 
 

Wahrnehmungsdefizite im Umgang mit rechtsextremen Frauen am Beispiel von Beate Zschäpe

Die folgende Chronik wirft Schlaglichter auf Stationen in der „Karriere“ der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe und geht der Frage nach, ob es ihr deswegen möglich gewesen sein könnte, unbemerkt an schwersten rassistischen Straftaten mitzuwirken, weil ihr dies als Frau nicht zugetraut wurde.

 

© Amadeu Antonio Stiftung

 

Leerstelle „Frauen in der rechten Szene“

Die Fachstelle „Gender und Rechtsextremismus“ der Amadeu Antonio Stiftung kommentiert den Abschlussbericht des NSU-Untersuchungsausschusse.

 

Foto: tölvakonu, cc

 

Empfehlungen für die Abschlussberichte der parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschüsse

Anlässlich der Abschlussberichte der NSU-Untersuchungsausschüsse gibt die Fachstelle Gender und Rechtsextremismus Empfehlungen für die zukünftige Arbeit zur Bekämpfung von Rechtsextremismus.

 

Foto: Redhope, cc

 

„Psst! Beate kommt.“ – Medien erklären Zschäpe als entlastet

In der Berichterstattung über den NSU-Prozess war nach dem Prozesstag am 11.06.13 in nicht wenigen Medien zu vernehmen, dass Beate Zschäpe zumindest teilweise entlastet worden sei.